SIGNIFICANT MOMENTS: journalistische photographie

Mercedes-Benz SLS - vintage Look des Photos erinnert an die Legende 300 SL (© Photo INTERNATIONALER PRESSEDIENST  Koch)
Mercedes-Benz SLS - vintage Look des Photos erinnert an die Legende 300 SL (© Photo INTERNATIONALER PRESSEDIENST Koch)

Als der berühmte deutsch-amerikanische Photograph Lyonel Feininger (*17.06. 1871 in New York, †13.01. 1956 in New York) gefragt wurde, wie man denn ein gutes Photo macht, soll er geantwortet haben."Es ist schon da - du musst es nur herausholen ..."

Er bezog sich dabei auf das Motiv und auf die grundsätzliche Anforderung, dass ein Photograph dieses "nur noch" erkennen und festhalten muss.

Das mag eine sehr vereinfachte Darstellung sein, doch es ist auch viel Wahres daran.

Photo: INTERNATIONALER PRESSEDIENST  Koch - Redaktion PRESSE Test
Photo: INTERNATIONALER PRESSEDIENST Koch - Redaktion PRESSE Test

Per Definition ist die Aufgabe der Kategorie "Journalistische Photographie", Ereignisse in Photos zusammenzufassen, eine Story realitätsbezogen zu "erzählen" bzw. andere Methoden der Reportage (etwa Textberichte) zu komplettieren / zu unterstützen. Oft passiert es, dass gute journalistische Photos nach Erfüllung ihrer dokumentarischen Aufgabe zur Kunst erklärt - bzw. als solche interpretiert werden. So erhalten dann die Aufnahmen eine neue Bedeutung, die über den ursprünglichen Zweck hinaus besteht.

Photo: INTERNATIONALER PRESSEDIENST  Koch - Redaktion PRESSE Test
Photo: INTERNATIONALER PRESSEDIENST Koch - Redaktion PRESSE Test

Es ist zwar (auch) wichtig, dass ein Photojournalist die technisch-handwerkliche Seite der Photographie beherrscht - dass er z.B. weiß wie man eine Kamera richtig bedient. Noch viel wichtiger aber ist die Fähigkeit, ein journalistisches Motiv zu erkennen und instinktiv zu reagieren, sprich: es sekundenschnell anzuvisieren und dann im richtigen Moment den Auslöser zu drücken (capture significant moments).

Dazu muss er 1. genau wissen, welches Thema er mit diesem Photo illustrieren will,

2. wissen welche Bildkomposition (visual composition) am besten in der Lage ist, die thematische Absicht umzusetzen (Perspektive, Entfernung vom Motiv, Winkel etc.). Drittens muss er - auch unter Druck - zügig und trotzdem mit ruhiger Hand arbeiten.

London, Postman (Photo: INTERNATIONALER PRESSEDIENST  Koch - Redaktion PRESSE Test)
London, Postman (Photo: INTERNATIONALER PRESSEDIENST Koch - Redaktion PRESSE Test)

Bei seiner Arbeit kommt der Photojournalist oft in Situationen, in denen Diplomatie und sehr gute Kommunikations- Kenntnisse gefragt sind. Wer z.B. schon einmal für einen Report über Straßenkriminalität mit Gangs verhandeln musste weiß wovon ich rede.

London, Street Musician in Wheelchair (Photo: INTERNATIONALER PRESSEDIENST  Koch - Redaktion PRESSE Test)
London, Street Musician in Wheelchair (Photo: INTERNATIONALER PRESSEDIENST Koch - Redaktion PRESSE Test)

Journalistische Photobeiträge sollten dazu in der Lage sein, eine Story authentisch zu erzählen - besser: eine Story im Kopf des Betrachters anzustoßen. Was nur funktiniert, wenn dessen Vorstellungskraft von der im Photo gezeigten Aktivität angeregt wird.

London, Chinese Wedding (Photo: INTERNATIONALER PRESSEDIENST  Koch - Redaktion PRESSE Test)
London, Chinese Wedding (Photo: INTERNATIONALER PRESSEDIENST Koch - Redaktion PRESSE Test)

Das per Druck auf den Kamera-Auslöser realisierte Photo wird dann also selbst zum Auslöser, der die Phantasie des Betrachters in Betrieb setzt. Dabei hilft es sehr, wenn der Photojournalist die Hintergründe der Situation analysieren und verstehen kann.

Porzellan-Manufaktur Meissen: Meisterhände (Photo: INTERNATIONALER PRESSEDIENST  Koch - Redaktion PRESSE Test)
Porzellan-Manufaktur Meissen: Meisterhände (Photo: INTERNATIONALER PRESSEDIENST Koch - Redaktion PRESSE Test)