Neuer PORSCHE 911 Speedster:  Generation IV - The Legend Returns

Was ab sofort zum Preis von 269.274 Euro (incl. Mehrwertsteuer) bestellt werden kann, das begann Anfang der 1950er Jahre zunächst als rein amerikanische Story. Max Hoffmann, US-Porsche-Importeur, wollte ein relativ erschwingliches Einstiegsmodell des 356er Porsche für den amerikanischen Markt realisieren. Durch ein simples Sparprogramm ermöglichte der findige Importeuer einen vergleichsweise günstigen Preis. Die Devise hieß weglassen: Keine  Fenster zum runterkurbeln - stattdessen Steckscheiben; sportliche Schalensitze statt teurer Comfortpolster; das versenkbare Not-Verdeck niedriger als beim Cabriolet. Mit der nur 160 Kilo schweren Aluminiumkarosserie und einem Vierzylinder-Motor, der satte 70 PS Leistung generierte, schaffte das Auto ein Spitzentempo von 180 km/h. Für die damalige Zeit eine äußerst beeindruckende Performance. In den USA marktfreundlich für weniger als 3.000,-Dollar zu haben. 

Im Herbst 1954 nahm PORSCHE diese deutlich preisgünstigere "Spar-Version" unter dem Modellnamen Speedster (Vorläufer: "American Roadster") ins Programm auf. Der "356 1500 Speedster" kostete 2.995,- Dollar und eroberte den Markt im Sturm. Nicht zuletzt auch weil angesagte Hollywood-Filmhelden wie Hobby-Racer James Dean sich ein solches Exemplar anschafften. Ein willkommenes Product-Placement.

Welt-Karriere auf vier Rädern: Top-Renditen inklusive

1957 setzte der "356 A 1500 Carrera GT" mit seinen 110 PS eine neue Bestmarke: als erstes Porsche-Serienfahrzeug erreichte er 200 km/h.

Bei PORSCHE hatte anfangs wahrscheinlich trotzdem niemand so recht auf dem Zettel, dass dieser "Speedster" genannte Sportwagen eine derartige Ausnahme-Karriere hinlegen würde. Geschweige denn, dass in ihm die DNA für eine weltweite Legende steckt. Doch genauso kam es: was anfangs als abgespeckte "Sparversion" das Licht der Welt erblickte, entwickelte sich über die Jahre konsequent zum Marktrenner mit blendenden Rendite-Aussichten.

Vintage Speedster sind längst ein Vermögen wert. Unter ihren Besitzern und Fahrern fanden sich von Anfang an etliche Stars und Sternchen des öffentlichen Lebens, und deren Ruhm färbte auch auf die Autos ab. Überdies haben nicht zuletzt zahlreiche motorsportliche Erfolge einen Schub in Sachen Legendenbildung beigetragen. Was natürlich der materiellen Wert- Entwicklung zuträglich war. In dieser Hinsicht gibt es für die vintage PORSCHE Speedster nur einen Trend: Aufwärts. Die aktuellen Modelle werden mit Sicherheit genauso performen; allein schon die limitierten Stückzahlen lassen attraktive Steigerungsraten erwarten.

A propos Limitierung: die ist übrigens als Hommage an jene 356er - Serie "Nr. 1" des Jahres 1948 gedacht. Von der aktuellen (also vierten) Speedster-Serie wird es nur 1.948 Fahrzeuge geben. Weltweit.

Bestellen können den Speedster ab sofort PORSCHE-Enthusiasten, denen der Besitz dieser Sportwagen-Ikone knapp 270.000 Euro wert ist (inkl. Mehrwertsteuer). Hat der Besitzer in spe nochmal 9.950 Euro übrig, dann könnte er dazu für's Handgelenk auch noch ein Exemplar der ebenfalls in streng limitierter Auflage verfügbaren Porsche-Chronographen "Chronograph 911 Speedster Heritage Design" oder "Chronograph 911 Speedster" ordern. Man muss allerdings Speedster-Besteller sein, ansonsten kommt man an diese Zeitmesser nicht heran. Manchem Uhren-Enthusiasten mag das ein langes Gesicht verursachen.

Serienmodell nah am Konzeptfahrzeug

Seine Weltpremiere feierte der neue Speedster 2018 als Konzeptfahrzeug beim Festakt zum Jubuläum "70 Jahre PORSCHE Sportwagen" in Zuffenhausen - wurde danach bei diversen Auftritten in der automobilen Öffentlichkeit begrüßt, etwa im Rahmen des "Goodwood Festival of Speed" oder der "Rennsport Reunion VI" im kalifornischen Laguna Seca. Das tatsächliche Serienmodell gleicht bzw. ähnelt dem vorab präsentierten Konzeptfahrzeug weitgehend.

Zentrales Design-Element ist nach wie vor der charakteristische "Double Bubble"-Verdeck-kastendeckel, der schon seit 1988 den Look aller Porsche-Speedster bestimmte. Es handelt sich übrigens um das größte und komplexeste Bauteil, das PORSCHE in einem Stück aus karbonfaserverstärktem Kunststoff (CFK) für ein Straßenmodell einsetzt. Die Blenden in den Doppelhutzen machen bei Bedarf den Weg für die beiden Bügel des Überrollschutz-Systems frei, das wie beim 911 Carrera Cabriolet auch für den Zweisitzer zur Serienausstattung gehört.

Das Tonneau-Cover des Conceptcars wurde durch eine gewichtsoptimierte Dachkonstruktion ersetzt. Obwohl das Stoffverdeck optisch eher puristisch anmutet ist es doch alltagstauglich, verleiht dem Speedster ein athletisches Profil. Verkürzte Scheibenrahmen, ein abgesenkter Windlauf und passend verkleinerte Seitenscheiben unterstreichen dabei die charakteristische sportliche Speedster-DNA. Stehen sich Vorfahre und aktuelles Modell gegenüber, dann wird sichtbar: die niedrige Linienführung war und ist dominierendes Speedster-Charakteristikum. Fast scheint es, als wollten sich beide regelrecht an den Boden schmiegen. Es ging und es geht um optimale Aerodynamik und maximalen Grip.
Erfreulich: Den PORSCHE-Designern ist ein echter Brückenschlag zwischen dem aktuellen 911 Speedster und seinem historischen Vorbild gelungen, ohne dass der (angestrebte) Bezug zum Urmodell von 1954 herbeigezwungen wirkt.

Dach weg - geht stressfrei

Die Verdeckbedienung gelingt absolut mühelos. Abgebrochene Fingernägel? Beim neuen PORSCHE 911 Speedster ist das Schnee von gestern. Einfach per Knopfdruck werden die Seitenfinnen des Stoffdachs sowie der zentrale Sicherungshaken am Rahmen der Wind - schutzscheibe elektrisch entriegelt. Der große Heckdeckel gleitet elektrisch kurz zurück, wird von Hand aufgerichtet und bahnt den Weg für das Stoffdach - es faltet sich akkurat hinter den Vordersitzen zusammen. Ohne viel Kraftaufwand lässt sich die Abdeckung wieder schließen. Fertig. Umgekehrt geht es genauso leicht

Aerodynamik und Leichtbau

Leichtbau ist beim Porsche 911 Speedster ein wesentliches Kriterium: seine CFK-Fronthaube wiegt nochmal zwei Kilo weniger als die des 911 GT3 - sie stammt wie auch die CFK-Kotflügel vom 911 R. Der GT3 steuerte die Frontschürze bei, die Bugspoiler-Lippe ist eine komplette Neuentwicklung. Abweichend von der Studie, die mit Talbot-Spiegeln bestückt war, kommt der Serien-Speedster mit elektrisch verstell- und beheizbaren Sport-Design-Außenspiegeln. Der ausfahrbare, aerodynamisch angepasste Heckspoiler sowie die Heckschürze sind Anleihen vom 911 GT3 Touring.

Innere Werte

Beim Interieur bestimmen schwarze Lederelemente an den Wangen und den Kopfstützen der CFK-Vollschalensitze sowie an den Armauflagen und am (verkürzten) Schalthebel den Look. Perforierte Lederbezüge zieren die Sitzmittelbahnen. Extral eichte Türtafeln mit schwarzen Öffnerschlaufen und Ablagenetzen helfen das Fahrzeug-Gewicht zu optimieren und setzen Rennsport-Akzente.

Die "Speedster"-Schriftzüge auf Kopfstützen, an den Sichtcarbon-Türeinstiegsblenden und im zentralen Drehzahlmesser sorgen dafür, dass man nicht vergisst in welchem Modell man sitzt. Auch die Instrumente transportieren eine klassische "Speedster-Message" mittels schwarzer Zifferblätter, weißer Zeiger und grüner Skalierung/Bezifferung.
Hinter den vorderen Sitzen beweist eine laufende Nummer, dass es sich um ein Exemplar der auf 1.948 Fahrzeuge limitierten 911-Speedster-Serie handelt.

Darf es noch ein bisschen mehr sein?

Wer will kann bei PORSCHE selbst die hochwertigste Ausstattung zusätzlich aufwerten. Der Speedster bildet da keine Ausnahme: zum Preis von 21.634,20 Euro inkl. MwSt. gibt es das "Heritage Design-Paket". Kreiert von Style Porsche und umgesetzt von der Porsche Exclusive Manufaktur. Es greift klassische Elemente aus den Fifties und Sixties auf - etwa ein Interieur in Schwarz/Cognac mit goldenen Details.

Auf die grundsätzliche Fahrzeug-Lackierung (in GT-silbermetallic) wird eine spezielle weiße "Spears"-Lackierung aufgetragen. Dazu die historischen PORSCHE-Wappen und goldfarbene Schriftüge nach dem Vorbild 50er und 60er Jahre. Schließlich runden Motorsport - Grafiken (mit frei wählbaren maximal zweistelligen Startnummern) im Heritage-Design für Türen und Frontdeckel das Paket ab. Racing meets Exclusivity.  Wem's gefällt ...

Driver's Car mit 510 PS Hochdrehzal-Motor

Auch unter der Haube geht es üppig zu. Hier sorgt ein kompetentes Kraftwerk dafür, dass dieses Auto den Namen PORSCHE nicht nur zur Zierde spazieren fährt, sondern auch auf schnellem Asphalt würdig vertreten kann. In Vier-Komma-Null Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h. Spitze 310. Noch Fragen? Der Sechszylinder-Saug-Boxer mit vier Litern Hubraum ist ein lupenreines GT-Triebwerk. Wieder lässt der 911 GT3 grüßen und legt kompetente Fakten auf den Tisch: 510 PS (375 kW) bei 8.400/min. Bereits bei 6.250 Touren steht das maximale Drehmoment von 470 Newtonmetern zur Verfügung.

Gegenüber dem bisherigen 911 GT3 besitzt das Aggregat im Speedster zwei Ottopartikelfilter (OPF) und erfüllt die Abgasnorm Euro 6d TEMP-EVAP-ISC (EU6 DG). Dennoch leistet dieser Vierventilmotor zehn PS mehr, und zwar dank diverser Verbesserungen im Detail, wie etwa Hochdruck-Einspritzinjektoren mit optimiertem Strahlbild und einer modifizierten Sauganlage mit Einzeldrosselklappen für ein noch spontaneres Ansprechen auf Gasbefehle. Die ganz neu entwickelte Leichtbau-Edelstahl-Sportabgasanlage bringt zehn Kilo weniger auf die Waage – inklusive der beiden Partikelfilter. 

Speedster mit GT-Hintergrund

Die GT-Philosophie hinter dem neuen Speedster spiegelt sich auch beim Fahrwerk wieder. Mit sportlich ausgelegter Hinterachslenkung und dynamischen Motorlagern basiert es auf der Technik des 911 GT3 und des 911 R. Die Regelsysteme wie Porsche Torque Vectoring (PTV), Porsche Stability Management (PSM) und PASM Porsche Active Suspension Management mit Sportabstimmung inklusive einer 25 Millimeter Tieferlegung wurden präzise den neuen Rahmenbedingungen angepasst.
Der offene Zweisitzer rollt auf 20 Zoll großen, geschmiedeten Speedster-Leichtmetallrädern mit Zentralverschluss. Zur Serienausstattung zählt die PCCB-Bremsanlage (Porsche Ceramic Composite Brake) mit gelochten und innenbelüfteten Keramik-Verbund-Bremsscheiben.

Bildmaterial: Porsche; Porsche Newsroom; Porsche Presse-Datenbank (presse.porsche.de).
911 Speedster: Kraftstoffverbrauch kombiniert 13,8 l/100 km; CO2-Emissionen kombiniert 317 g/km;

Die Verbrauchs-und CO2-Emissionswerte wurden nach dem neuen Messverfahren WLTP ermittelt. Vorerst sind noch die hiervon
abgeleiteten NEFZ-Werte anzugeben. Diese Werte sind mit den nach dem bisherigen NEFZ-Messverfahren ermittelten Werten nicht vergleichbar.

Weitere Informationen zum offiziellen Kraftstoffverbrauch und den offiziellen spezifischen CO2-Emissi- onen neuer Personenkraftwagen können dem „Leitfaden über den Kraftstoffverbrauch, die CO2-Emis- sionen und den Stromverbrauch neuer Personenkraftwagen“ entnommen werden, der an allen Ver- kaufsstellen und bei DAT unentgeltlich erhältlich ist.