Perfect Solution                                                           SKODA Octavia Kombi

SKODA gehört zu den ältesten Automarken der Welt - vielleicht liegt da ja der Grund, warum dieser Hersteller auch zu den Innovativsten zählt. Denn wirkliche Innovationen resultieren aus praktischer Erfahrung, und darüber verfügt SKODA wie wohl kaum eine andere Marke.

SKODA  blickt (Stand: 2013) auf stolze 15 Millionen produzierte Fahrzeuge im Laufe der gesamten Firmengeschichte. Der Fahrzeug-Hersteller hat eine beeindruckende Historie vorzuweisen: Als Privatfirma Laurin & Klement"  im Jahre 1895 gegründet, vom Maschinenbau-Unternehmen SKODA 1925 aufgekauft, 1945 dann verstaatlicht und 1991 schließlich in die Volkswagen-Familie integriert.

Als sich vor einigen Monaten wegen familiärer und beruflicher Veränderungen die unpraktischen Seiten unseres flotten zweisitzigen Cabriolets zeigten, da stand bald fest: ein Kombi sollte den Fuhrpark erweitern.
Wir hatten bereits umfassende Erfahrungen mit diversen Heckklappen-Fahrzeugen, bisher hatten die aber auf der praktischen Seite immer ein paar Wünsche unerfüllt gelassen.

Unser PORSCHE "Cayenne" (Turbodiesel) etwa ließ sich zwar genial fahren - und zwar sowohl auf Autobahnen, kurvigen Landstraßen und im leichten Gelände.
Das Beladen allerdings gestaltete sich leider eher unkomfortabel - schuld ist die hohe Ladekante. Dann gab es noch unseren VW Golf. Da passte schlichtweg zuwenig rein.

Na ja - und die Porsche 911 und Cayman"S" waren beim Thema Zuladung sowieso draußen. 

Als Journalisten und Photographen sind wir beruflich meist mit großem Gepäck unterwegs. Allein die Kamera-Ausrüstung und das technische Equipment müssen während einer Reportage oft etliche Male raus- und wieder reingekramt werden, wenn wir von Location zu Location wechseln.

Dazu kommt all der persönliche Kram, den man auf Reisen halt so mitschleift. Heute hier, morgen dort - mit Sack und Pack rein ins Hotel für eine Nacht; morgens wieder raus und abends woanders wieder rein ... Die SUV-typische Ladehöhe macht den Rücken nicht besser.
Ja, ja, man kann per Luftfahrwerk den Wagen absenken - in der Praxis wird das aber schnell etwas nervig.

Es sollte also ein Kombi her. Aber welcher?
Wir nahmen die üblichen Anwärter unter die Lupe. Und stellten bald fest, dass die Preise in dieser Fahrzeugkategorie mittlerweile ordentlich gesalzen sind. In früheren Zeiten war ein Kombi eher als Lastesel konzipiert und frei von modischem Schnickschnack. Ich denke da an den guten alten VW Variant meines Schwiegervaters, der in den 1970er Jahren als Firmenwagen seines Gipsergeschäftes vorwiegend Materialtransporte erledigte - am Wochenende aber auch als Familienkutsche im Einsatz war. Zuverlässig, mit reichlich Platz, aber ohne Komfort.

Heutzutage sind Kombis oftmals eher Statussymbole. Der hintere Ladebereich wird mit Teppichware ausgelegt, damit das Surfbrett oder das feine Mountainbike keine Kratzer bekommen. Entsprechend explodiert sind die Anschaffungskosten.

Mehr zufällig, während wir im Showroom eines Autohauses herumstanden, zog ein SKODA "Octavia" Kombi unser Interesse auf sich. Ehrlich gesagt dachte ich bis dahin, die Autos dieser Marke sind so etwas wie ... na ja, eben eine Billigschiene.
Danach allerdings sah der Ausstellungswagen überhaupt nicht aus. Die Karosserie war pfiffig, von vorn gesehen hatte der Wagen ein interessantes Gesicht. Die Seitenlinie wirkte durchaus elegant, aber nicht angeberisch. Unaufdringlich, aber schön.
Ebenfalls zum positiven Ersteindruck trug das Preisschild bei. Was? Das ist ein Neuwagen? Die Liste der Ausstattungsdetails endlos. Was mag wohl ein kräftiger Turbodiesel kosten? Der ist dann bestimmt etwas teurer. Ach so - das ist einer? Aha!

Alles andere als "Holzklasse": SKODA Octavia Innenraum
Alles andere als "Holzklasse": SKODA Octavia Innenraum

Schon saß ich drin, und im Innenraum setzte sich der positive Eindruck fort. Alles aufgeräumt - Übersichtlichkeit ist im Oktavia nicht nur ein Wort. Nichts fehlt, und nichts ist zuviel. Es herrscht eine funktionale Klarheit, die mich unterschwellig an die Ideen der Bauhaus-Architektur erinnert.
Freilich bieten die Bedienelemente (etwa der Blinkhebel) nicht ganz das sanfte Einrasten, wie ich es etwa von süddeutschen oder britischen "Nobelkarossen" kenne - allerdings bin ich darauf auch nicht scharf, im Gegenteil: Ich will glasklar wissen, ob mein Blinker gesetzt ist oder nicht. Es darf ruhig abschließend klacken. Das tut es beim SKODA, was aber dem wertigen Gesamteindruck keineswegs schadet.

Auch sehr wichtig ist mir, dass ich während der Fahrt nicht  permanent zwischen unzähligen Schaltern suchen muss, was ich eigentlich intuitiv finden müsste:
Heckscheibenheizung, Lüfterbedienung, Klimaregelung, Scheibenwischer-Intervalle, Nebelleuchten, Wahlschalter zwischen Radio und CD-Player. Komplizierte "Flugzeug-Cockpits" finde ich in Autos deplaziert - Luxus hin oder her. Im Octavia ist alles funktional angeordnet und gut zu finden.

Wie sieht es beim SKODA mit der Praxistauglichkeit dort aus, wo es auf den dinglichen Nutzen ankommt? Stichwort Kofferraum und Staufächer. Hier punkten kleine, aber clevere Details: Links und rechts am Klappeneingang befinden sich Haken für die Einkaufstüten. Nichts fliegt mehr herum und muss beim Ausladen mühsam wieder eingesammelt werden. Pfiffige Idee - mit Pfennigartikeln realisiert.
Der Kofferraum selbst ist übrigens riesig und natürlich per geteilt umlegbarer Rückbank noch variabel erweiterbar.

Der Ideenreichtum geht sogar bis hinter die Tankklappe, wo eine Halterung mit herausnehmbarem Eiskratzer integriert ist. Der Vorteil liegt auf der Hand: man kann das Auto von Schnee und Eis befreien, ohne sich vorher mit vereisten Türen abquälen zu müssen, um einen Eiskratzer raus zu holen.
So weit, so gut. Das stehende Auto hat seine Tugenden gezeigt, aber das ist ja nur ein vergleichsweise unbedeutender Teil seiner Tauglichkeit. Es muss gefahren werden, um zu erfahren ob es gut ist.
Schon sitze ich im Vorführwagen und habe mit wenigen Handgriffen alles eingestellt: Spiegel, Sitze, Gurthöhe. Passt - und los.

Als ich Geschwindigkeit aufgenommen habe beginnt mich das relativ harte Fahrwerk erstmal ein wenig zu stören. Es rumpelt irgendwie. Allerdings liegt das auch am schlechten Straßenbelag, der in diesem Teil der Stadt längst eine Erneuerung nötig hätte.
Der Motor hängt sensationell gut am Gas; der Diesel beschleunigt rasant. Und siehe da: Meine Bemerkung über das etwas rumpelige Fahrwerk war wohl etwas vorschnell. Schon in der ersten Kurve - ich kenne die Strecke gut und bin wie meistens flott unterwegs - zeigt es seine Stärke. Keinen Millimeter versetzt der Wagen. Ich muss nichts korrigieren. Wie an der Schnur gezogen geht's zügig und doch sicher um die Ecke.
Das habe ich in einer "Familienkutsche" so noch nicht erlebt. Lass es ruhig ein wenig "rappeln", korrigiere ich mich innerlich - das kann man in Kauf nehmen, wenn dafür doch die Straßenlage so hervorragend ist.

Spaß kommt auf, und ich entscheide spontan, nicht an der Auffahrt vorbei zu fahren, sondern mal eben kurz auf die Autobahn zu huschen. Zügiges Einfädeln, der Diesel dreht munter immer weiter, und hast-du-nicht-gesehen bin ich auf der Überholspur. Die ist frei und ich bin ruckzuck bei Zweihundert. Der Motor ist jetzt warm und darf Vollgas kriegen. Auf dem Tacho geht noch etwas mehr - Wow! ist der SKODA schnell.
Leider jetzt auch etwas laut. Das Abrollgeräusch der Räder und der Fahrtwind - bei diesem Tempo geht es hier halt nicht ganz so gedämpft zu wie in der  Oberklasse. Trotzdem, ich hatte schon wesentlich lautere Autos bei wesentlich weniger Speed, die wesentlich teurer waren.
Alles in Allem empfinde das Fahrgefühl als äußerst souverän. Man hat den Wagen in jeder Situation hundertprozentig unter Kontrolle, weil der Faktor Komfort genau an der Stelle zurücktritt, wo ein optimales Handling Priorität hat. Das gibt Sicherheit, die nicht nur auf dem Papier existiert.

Reichlich ungern kehrte ich zum Autohaus zurück, um den Octavia wieder abzugeben. Doch die Trennung sollte nur vorübergehend sein. Das Auto wurde gekauft.
Auf der ersten längeren Tour rollte es mit nur einer Tankfüllung gut 900 Kilometer weit. Ohne dass ich etwa einen Verbrauchsrekord anstrebte und deshalb in zaghaften Drehzahlbereichen blieb. Im Gegenteil - ich trat richtig drauf; der größte Streckenanteil war schließlich Autobahn.
Bald zeigte sich, dass der Verbrauch auch im alltäglichen Stadtbetrieb enorm günstig ausfällt.

Fazit:
Der SKODA Octavia Kombi als Turbodiesel ist das Auto der cleveren Details. Innovativ ausgestattet, komfortabel, vor allem kein bisschen spießig. Und ziemlich schnell. Wer das nicht glaubt - wir sehen uns auf der Autobahn.

Das Verhältnis von Preis und Leistung ist sehr gut. Die Symbiose von Spaß und Nutzen perfekt gelungen. Ich kann nur empfehlen, dieses Auto einmal auszuprobieren. Es könnte zu einer Horizonterweiterung in Sachen innovative Automobilität führen. Und so manches bisherige Status-Symbol erschüttern. Vorsicht: SKODA fahren kann süchtig machen.
Ach so - das muss noch erwähnt werden: Einer aus dem Bekanntenkreis mochte unser neues Auto nicht so sehr: Der Tankwart. Man sieht sich jetzt seltener. 

 

Alle Photos: SKODA Presse-Service