Verwandelt Benzin in Adrenalin: PORSCHE "Macan" GTS

Die Idee hinter dem PORSCHE "Macan" ist im Grunde so schlüssig wie einfach: Nimm einen SUV = Sport Utility Vehicle, akzentuiere etwas mehr den Faktor Sportwagen,  aber halte dabei trotzdem an den typischen SUV-Eigenschaften fest. Die da wären:  Allradantrieb, erhöhte Sitzposition sowie ein Erscheinungsbild, das auf klare Geländeambitionen hinweist. Im Testreport wollten wir herausfinden, was der PORSCHE "Macan"  im Alltag kann. Auch wenn die Weichen einmal nicht auf Schönwetter gestellt sind.

Photo: INTERNATIONALER  PRESSEDIENST  Koch
Photo: INTERNATIONALER PRESSEDIENST Koch

"Euch werde ich's zeigen!" nahm sich das das Wetter genau an dem Tag vor, als unsere Langzeit-Test- Reportage zum PORSCHE "Macan" begann. Und schickte Frost. Ein scharfer Seitenwind trieb prasselnd gegen die Autoscheiben, was nur auf den ersten Blick aussah wie harmlose Schneekristalle. In Wahrheit hatten sich niedliche Flöckchen mittlerweile in garstige Eiskörner verwandelt, die wie Luftgewehrkugeln Fenster und Karosserieblech  malträtierten. Winter in seiner eher unschönen Variante.

"Na und?" antwortete das Testfahrzeug. "Mir macht das nichts aus. Schon vergessen? Ich bin ein SUV!" Ja, stimmt, das hatte ich schon nach den ersten paar Hundert Metern vergessen - gestern, als wir den "Macan" abholten. Nichts an diesem Auto fühlte sich beim Fahren an wie ein Geländewagen. Mal abgesehen von der etwas höheren Sitzposition.
Eigentlich steht ja das Kürzel "SUV" für Sport Utility Vehicle. Doch inspiriert von den positiven Erlebnissen während unserer Langzeit-Testreportage ist uns noch eine weitere Bezeichnung eingefallen, die perfekt zur Abkürzung passen würde - Spaß Utility Vehicle.

Vor dem Erstkontakt hatten wir irgendwie befürchtet, der PORSCHE "Macan" könne sich als einer dieser automobilen Mittelding-Kompromisse entpuppen. Sie wissen schon - um mehrere Fliegen mit einer Klappe zu schlagen. Ein bisschen Geländewagenflair für den City-Yuppie, der auf dem Parkplatz seines Sushi-Stammrestaurants den Coolen markieren will. Oder eine Art Trostpreis für Diejenigen, die sich wegen Nachwuchses jetzt von ihrem Zweisitzer trennen mussten - denen aber ein Kombi nicht hipp genug ist. Für all jene eben, in deren auto-mobiler Planung ein Sportwagen nicht- oder nicht mehr in  Betracht kommt.
Alles falsch. Wir gehen auf die Knie und entschuldigen uns. Dieser PORSCHE "Macan" GTS  i s t  ein Sportwagen. Und was für einer! Doch der Reihe nach.

History meets Future: PORSCHE-AG in Zuffenhausen (Photo: PORSCHE)
History meets Future: PORSCHE-AG in Zuffenhausen (Photo: PORSCHE)

Stuttgart Zuffenhausen. PORSCHE-Werk. Wir sind korrekt angemeldet. Strenge Blicke vom Wachmann an der Schranke zum Werksgelände. Ein Telefonat. In der nur wenige Minuten dauernden Wartezeit spekulieren wir, welche Farbe unsere Testride wohl haben mag. Darauf hatten wir keinen Einfluss. Es war uns auch irgendwie egal. Hauptsache kein Rot, wenn wir uns denn etwas wünschen dürften. Schon drückt uns eine sehr freundliche Pressedame die Schlüssel in die Hand: "Viel Spaß - da drüben, der rote ist es ..." Na bravo. Doch rot.
Augenblicke später ein 180-Grad-Kurswechsel in unserem Farbempfinden. Wow! Der sieht stark aus. Was für eine geniale Farbe. Vorurteile versickern binnen Sekunden im Boden der Realität. Wie man sich täuschen kann.

"Hightech-Wunder" PORSCHE Car Key  (Photo: INTERNATIONALER  PRESSEDIENST  Koch)
"Hightech-Wunder" PORSCHE Car Key (Photo: INTERNATIONALER PRESSEDIENST Koch)

Schlüssel rein und los. Apropos Schlüssel: der sieht lustig aus, weil er (im Maßstab 1:43) die Form eines kleinen Autos hat. Genauer gesagt handelt es sich um die Nachbildung des jeweiligen PORSCHE-Typs. Zum 911er etwa gibt es den Car Key als Mini-Elfer. In unserem Fall als Little Macan. Irgendwie eine pfiffige Idee. Der Begriff "Männerspielzeug" flackert kurz in meinem Hinterkopf auf.

Diese "Schlüssel-Skulptur" fasziniert nicht nur durch ihren Look, sondern hat es im wahrsten Sinne des Wortes in sich. PORSCHE spricht von einem "... Hightech-Wunder auf kleinstem Raum - mit großer Verantwortung ..., es "schmeichelt den Händen ..." und ist buchstäblich ein "... Schlüssel-Erlebnis ..."

Anyway, seine Hauptaufgabe erledigt dieser Schlüssel traditionell links vom Lenkrad. Start your engine!
Der Motor ist auf Anhieb hellwach und meldet sich mit kompetenter Stimme zu Wort. Was ich höre gefällt mir, sorgt aber für  kurze Verwirrung. Ähm, Moment mal: das ist doch ein Sechszylinder, oder? Er klingt aber im Kaltstart irgendwie nach acht Töpfen. Da hinten in den Endrohren spielt eine Band, die vorwiegend mit Drummern und Bassisten besetzt ist.
Rückwärtsgang, raus aus der Parklücke, Wahlhebel auf D wie Drive und los. Und gleich wieder bremsen. Der Macan schiebt vorwärts wie ein Tiger auf der Jagd. Aha, da geht was. Sofortiges Porsche-Feeling. Von Geländeflair ist erstmal nichts zu spüren. Meine Mundwinkel gehen hoch und meine Sitzhaltung strafft sich. Adrenalin wird schonmal bereitgestellt. Die Fahr-Vorfreude trübt sich nur kurz, als mein Blick auf die Schalter-Reihen der Mittelkonsole trifft. Kommt man da wohl ohne Pilotenschein klar?

Raumgleiter-Feeling im Cockpit des PORSCHE "Macan" GTS (Photo: Internationaler  Pressedienst Koch)
Raumgleiter-Feeling im Cockpit des PORSCHE "Macan" GTS (Photo: Internationaler Pressedienst Koch)

Die Flut von Symbolen kommt einem auf den ersten Blick etwas viel vor. Es war für die Entwickler sicher kein leichter Job, dieser Fülle Logik und Übersichtlichkeit beizubringen. Man muss sich dran gewöhnen. Kann man aber auch.

Ein Detail haben wir als recht störend empfunden:
Der relativ üppig dimensionierte Wahlhebel verdeckt (je nach Blickwinkel und je nachdem in welcher Position er steht) Teile der rechten Schalterreihe.
Nun führt uns also die Testreportage zum Auftakt einige Hundert Kilometer durch Deutschland, um nach knapp zwei Wochen schließlich wieder hier an ihrem Ausgangspunkt zu enden - mit einem Report über das PORSCHE-Museum

 

Fortsetzung in Kürze hier ...