Versteckte Qualitäten:                                        Last-Esel FIAT 500 Cinquecento

Photo: Michael F. Koch (INTERNATIONALER  PRESSEDIENST  Koch)
Photo: Michael F. Koch (INTERNATIONALER PRESSEDIENST Koch)

Alles ist drin. Wir glauben es kaum: unser komplettes Reportage-Equipment konnten wir im FIAT 500 verstauen. In einem Auto also, das per Definition in derKleinstwagen-Klasse angesiedelt ist.

Scheinwerfer, Blitzköpfe, Stative, Computer, Mikrofone - sogar die beiden sperrigen Softboxen (jede immerhin 90x60x50 cm groß) bringen wir mühelos unter, ohne sie demontieren zu müssen. Was natürlich auch ginge, aber relativ viel Zeit kostet, wenn wir sie vor Ort wieder montieren müssten. Zeit, die wir - falls wir sie haben - effektiver nutzen müssen.

Unser journalistisches Sperrgut zu verladen lässt sich freilich nur mit umgelegter Rücksitzbank realisieren - aber so mussten wir es in anderen, wesentlich größeren Redaktions-Autos ja auch machen. Wir sind fast immer als Zweierteams im Einsatz; die hinteren Sitze können also meistens als Ladefläche genutzt werden.

Der Kleine Italiener schluckt jede Menge Equipment (Photo: Michael F. Koch (INTERNATIONALER  PRESSEDIENST  Koch)
Der Kleine Italiener schluckt jede Menge Equipment (Photo: Michael F. Koch (INTERNATIONALER PRESSEDIENST Koch)

Unser Job heute: ein ganz normaler Termin. Interviews mit Photo-Session im Foyer, ein paar Außenaufnahmen, danach die Presskonferenz. Wie üblich reisen wir mit unserer mobilen Ausrüstung an.

Photo: Michael F. Koch (INTERNATIONALER  PRESSEDIENST  Koch)
Photo: Michael F. Koch (INTERNATIONALER PRESSEDIENST Koch)

Am Einsatzort angekommen steht uns wie immer erstmal das Passieren des "Nadelöhrs" bevor: Security-Personal wacht streng darüber, dass hier alles seinen vorge-schriebenen Gang geht - vor allem darüber dass niemand durchkommt, der sich nicht als Journalist ausweisen kann.

Nach Erledigung der Formalitäten beschäftigt uns eine praktische Frage: Wo geht's zum Presseparkplatz?
"Sehen Sie da hinten das hellgraue Gebäude? Dort links, dann geradeaus bis zur Abzweigung, von da aus ist es beschildert ..."
So oder so ähnlich sind wir es normalerweise gewohnt. Wer legt eigentlich fest, dass sich der Presseparkplatz weit ab vom Schuss zu befinden hat? Damit wir Presse- leute das schwere Equipment erstmal ein paar hundert Meter buckeln müssen.

Nicht heute. Der knuffige Italiener erweist sich bei den ansonsten immer sehr strengen Security-Typen als Sympathieträger - vor der Schranke stehen unsere Kollegen mit ihren Autos und müssen geduldig warten, bis man ihnen einen Parkplatz zuweist. Zu uns aber heißt es freundlich "Fahrt einfach durch - ihr werdet für den Kleinen ja ein Plätzchen finden ..."
Entspannt halten wir also direkt vor dem Eingang der Location. Ein klarer Vorteil. Relaxed und stressfrei laden wir unser Equipment aus, beginnen mit dem Aufbau der Lichtanlage.

Und - Sie ahnen es: Entspannt erledigen wir unsere Arbeit.

Am Ende dieses Reportagetages steht wie immer eine letzte Herausforderung an - das Chaos des allgemeinen Aufbruchs. Presseteams mit ihren Einsatzfahrzeugen, die Limousinen der "Wichtigen und Schönen", die Transporter von Catering und Event-Technik. Jeder will nachhause, und jeder steht irgendwie jedem im Wege.
Das vielstimmige Hupkonzert macht es auch nicht besser.

Nur ein kleiner roter Flitzer nutzt geschickt jede Lücke. Schlüpft durch's Gedränge wie ein Fuchs durch den Zaun. Das sind wir. Im genialen FIAT 500.

Wir werden wohl längst auf der nahen Autobahn sein wenn die anderen noch im Stau verzweifeln.