Sound from another Planet                             nubert nuLine 264 + nuVero 60

Wer noch nichts von ihnen gehört hat - beziehungsweise: wer noch nichts aus ihnen gehört hat, der hat wirklich etwas verpasst. Lautsprecherboxen aus dem Hause nubert.
In Foren und Fachmedien begleitet diesen Hersteller seit langem ein Ruhm so strahlend wie Olympisches Gold. Und doch hatten seine Produkte bisher nie den Weg in mein Wohnzimmer (geschweige denn in meine Testberichte) gefunden. Irgendwie hatte das Ganze für mich ein "only for Insiders"-Image. Ich kann gar nicht genau sagen, warum das so war - sicher auch, weil man Lautsprecher dieser Marke nicht auf den herkömmlichen Vertriebswegen antrifft.
Was ich allerdings ab sofort sagen kann: Ich lag falsch. Denn in dem Moment wo ich diesen Bericht schreibe performen zwei
nubert-Modelle vor meinen Ohren. In den akustischen Startlöchern stehen: die "nuLine 264" (die werde ich zuerst testen) sowie die "nuVero 60".

Der Weg meiner Testkandidaten zu uns in die Redaktion war übrigens nicht ganz leicht. Die Anlieferung gestaltete sich als größerer Akt, welcher erst den freundlichen Kurierfahrer und dann mich ordentlich ins Schwitzen brachte - in körperlicher Hinsicht. Die transportsicheren Verpackungen waren nämlich von imposanter Größe und von erheblichem Gewicht. Beim Auspacken offenbarte sich der Grund dafür: die Teile waren so kompetent und sicher verpackt, dass sie wohl auch einen Sturz durch die Niagarafälle unbeschadet überstanden hätten. 

Der Paketinhalt strahlt Sachverstand und konstruktives Mitdenken aus - übersichtlich und überhaupt nicht abschreckend, sondern eher einladend. Große Erleichterung auch, nachdem alles ausgepackt vor mir liegt: es kommt keinerlei nerviges "Ikea-Feeling" auf.
Die Montage macht daher auch Spaß. Schnell ist der Unterbau an den Standboxen "nuLine 264" montiert. Wie einfach und doch genial Manches sein kann, wenn man mit Zweckverstand herangeht: die Füße sind als eine Art Traverse gestaltet und reichen an jeder der vier Ecken dreieinhalb Zentimeter über das Gehäuse hinaus. Was einen sehr sicheren Stand der schlanken Boxen garantiert.

Schlank und doch mit viel Volumen - dabei standfest durch Traversen:  nubert "nuLine 264"
Schlank und doch mit viel Volumen - dabei standfest durch Traversen: nubert "nuLine 264"

Das "Standkonzept" ist wirklich pfiffig und sinnvoll ausgedacht. Hier kann so schnell nichts umkippen, obwohl die Boxen mit 15 cm Breite relativ schmal gebaut sind.
Ich komme aus dem Staunen einfach nicht heraus, wieviel kundenorientierte Innovation in jedem Detail steckt. Ganz offensichtlich besteht das  
nubert -Team aus Menschen und nicht aus praxisfremden Diplom-Sonstwassen, die nur in ihre eigenen Konstruktionen verliebt sind.
Gut gelaunt räume ich die leeren Kartons weg, positioniere dann die Testkandidaten im Hörraum, schließe sie an und nehme erwartungsvoll auf dem Sofa Platz. Let's play some music! 

Es wird ein freiwilliger akustischer Langstreckenlauf. Zwei ganze Tage lang hält mich ein intensives Testvergnügen in Atem, dann meißeln meine Finger in die Computertasten:
D a s  zählt  zum  B e s t e n, was ich je gehört habe!

Wie bitte? Auf Augenhöhe mit Audioplan, KEF, Bowers & Wilkins und wie sie alle heißen? Jawohl. So ist es. In nahezu jeder Hinsicht spielen die Nuberts etliche mir vertraute "Stars der Lautsprecherszene" glatt an die Wand.
Ich habe es an anderer Stelle schon erwähnt, will es aber nochmal deutlich machen - meine Erfahrungen mit Hifi und High End sind fundiert und in vielen Jahren der Praxis erworben.

Mein Verhältnis zur Musik und damit auch zur Musikwiedergabe habe ich u.a. in den Hörräumen verschiedener Konservatorien und Universitäten - aber auch als Musikproduzent im Studio sowie als Fachjournalist entwickelt. Auch durfte ich über etliche Jahre hinweg als Vertrauter und Ratgeber die Arbeit von professionellen Musikern und Musikforschern begleiten.Tausende Stunden intensiver Hör-Erfahrung mit unzähligen verschiedenen Lautsprecherboxen liegen hinter mir.

Doch sehr selten ist passiert, was ich gerade erlebe: die ultimativen Boxen kreuzen meinen Weg. Kann sogar sein, dass ab jetzt ist nichts mehr ist wie es vorher war. Von nun an werden sich in meinen Tests  alle anderen Schallwandler erstmal mit den "nuVero 60" und vor allem mit den "nuLine 264" von Nubert messen müssen.

Erstaunlicher Tiefgang für eine Regalbox: nuVero 60
Erstaunlicher Tiefgang für eine Regalbox: nuVero 60

Meine akustischen Erlebnisse mit den Nubert-Boxen sind vergleichbar mit einer Parallele aus der Welt edler Getränke: Ich habe so manchen guten Sekt genossen. Irgendwann machte dann meine Zunge Bekanntschaft mit dem ersten Schluck hochwertigen Champagners - und das veränderte meinen Genuss-Horizont. (Wobei ich der Fairness halber ergänzen muss: ein sehr guter Sekt ist oft mehr wert als ein schlechter Champagner.)

Ja, dieser Vergleich trifft es: was aus den Nuberts klingt ist kein Sekt - es ist musikalischer Champagner. Der Sound perlt einfach feiner; die Musik prickelt beim Hören und hat einen goldenen Glanz.

Die Klänge protzen nicht mit dem Korken heraus, sondern gleiten dynamisch, dabei stilvoll in die Freiheit des Raumes.
Dies alles passiert keinesfalls aufmontiert oder glattgebügelt, sondern ehrlich, solide und mit natürlichen Falten, die das Klangbild interessant machen wie das Gesicht eines schönen, reifen Menschen.

Tipp zwischendurch:
Wie dieser perfekt ausgewogene "Musik-Champagner" der Marke 
nubert zu seiner letztendlichen Reife gelangt - soll heißen: auf welch umfassendem Wissens- und Erfahrungspotenzial die nubert - Produkte basieren - das ist in der Dokumentation "Technik satt" (www.nubert.de/downloads/technik_satt.pdf) ausführlich dokumentiert.
Wer die Abhandlung "Einblicke in die Entwicklung von
nubert - Lautsprechern" gelesen hat, der versteht warum nubert - Boxen mit nichts Anderem auf dem Mark zu vergleichen sind.

Weiter im Test: Beide Kandidaten kosten exakt dasselbe (785,- Euro/Stück). Die nuVero 60 ist als Kompaktbox deklariert, was ihr meiner Ansicht nach ein wenig Unrecht tut. Die Abmessungen sprechen nämlich eine vergleichsweise großvolumige Sprache; dasselbe gilt beim Gewicht:

Höhe 47/49 cm (Korpus/Klangsegel);
Mit Füßen 48,5/49,5 cm
Breite 20/23,4 cm (Korpus/Klangsegel)
Tiefe  35,5/37,5 cm (ohne/mit Gitter)
Gewicht 16 Kilo

Damit wiegen die nuVero 60 dreimal mehr als manche Boxen von Mitbewerbern aus dem audiophilen Marktfeld.
Wenngleich ein solides Boxengewicht nicht automatisch für hohe Qualität sprechen muss - bei der 60er
nubert trifft das aber zu. Man hört ihr diese materielle Masse nämlich irgendwie an. Ich weiß: mit dieser Aussage begebe ich mich auf akustisches Glatteis. Natürlich kann man - im physikalischen Sinne - Gewicht ja nicht hören. Kann man doch, sage ich - und meine dabei, dass man deutlich wahrnehmen kann wie ein solider Gehäusebau dem Klang Substanz gibt. Ich glaube, ein Klavierbauer würde mir da zustimmen.

Genug der Theorie. Wie also verläuft das Hören selbst? Ich nehme mir spontan vor, beide nubert-Boxen doch nicht in einer Art internem Duell gegeneinander antreten zu lassen (wie ich es zunächst beabsichtigt hatte), sondern entscheide mich jetzt dafür, die großen Nuberts - also die nuLine 264 - gleich direkt mit meinen Bowers & Wilkins CM9 in den Ring zu schicken. Den nuVero 60 werde ich später einen ausführlichen separaten Testbericht widmen.
Die Bowers & Wilkins CM9 haben sich in vielen meiner Tests als eine Art Referenz herauskristallisiert, weshalb ich sie gern als Fixpunkt in meinen Vergleichen installiere. Auch, weil ihnen bisher in dieser "Gewichtsklasse" keine andere Box so recht das Wasser reichen konnte.

Zum Testen verwende ich übrigens bei Hörvergleichen eine sogenannte "Switchbox", die es mir ermöglicht, während des Hörens direkt zwischen den verschiedenen Boxen hin- und herzuschalten. (Unnötig zu erwähnen, dass ich natürlich exakt gleichlange u. gleich konfigurierte Kabel verwende).

hama-Switchbox "LSP 202": leichtes Umschalten beim Boxenvergleich
hama-Switchbox "LSP 202": leichtes Umschalten beim Boxenvergleich

Zur unmittelbaren Vorbereitung des aktuellen Vergleichs gehört übrigens ein sehr interessanter Prozess - das Soundspektrum der nubert -Boxen lässt sich nämlich mittels zweier Klangwahl-Schalter am Eingangsterminal individuell ausbalancieren. Die Idee ist zwar nicht ganz neu, das hat es so ähnlich schon bei anderen Herstellern gegeben. Hier allerdings wurde diese Möglichkeit technisch perfekt umgesetzt und ist nicht nur eine akustische Spielerei, sondern wirklich ein Weg zum optimalen Homesound.  

Konkret: die Performance dieser Boxen kann flexibel und vor allem detailliert an die jeweiligen Klangvoraussetzungen des Wohnraumes bzw. an die akustischen Vorlieben des Hörers angepasst werden. Und zwar mit absolutem Feinschliff.

Anderswo übliche Probleme, die sich etwa aus ungünstigen Raumverhältnissen oder aus akustikschädlichen Bau- bzw. Einrichtungsmaterialien ergeben, können hier mit nahezu chirurgischer Präzision eliminiert werden.

Diese Funktion hat mich im Praxisgebrauch wirklich beeindruckt, denn bisher störten mich auch an den besten Lautsprechern immer irgendwelche Kleinigkeiten, wenn ich sie schließlich zuhause aufgestellt hatte.
Erstmals mit den Nuberts ist es mir gelungen, das heimische Klangbild präzise auf den Punkt zu justieren. Sogar auf die produktionsbedingt-unterschiedliche Charakteristik des Sounds meiner Tonträger kann ich mithilfe dieses Features effektiv reagieren. So
gebe ich jedem engagierten
nubert -Hörer den Tipp, sich ganz intensiv mit dieser Funktion zu beschäftigen - durch die Schalter lassen sich sehr umfangreiche Reserven mobilisieren, die man keinesfalls ungenutzt lassen sollte. Optimal konfiguriert geht's jetzt aber endlich in den Hörtest:

Ich füttere die Anlage zum Einstand mit der CD Nummer 7 des Londoner Sängers (mit nigerianischen Wurzeln) Seal Henry Olusegun Olumide Adeola Samuel Kurz "Seal".

Album "SEAL 7" (Warner.Bros. Records Inc.)
Album "SEAL 7" (Warner.Bros. Records Inc.)

Der Laser des CD-Laufwerks tastet sich durch Song Nummer 1 - "Daylight Saving". Im Handumdrehen entwickelt sich wohlige Gänsehaut auf den Trommelfellen meiner Ohren.
Kennen Sie das?: Sie befinden sich in einem Opernhaus mit bester Akustik, und die Musik geht vom ersten Ton an eine persönliche Verbindung mit Ihnen ein. Sie werden zu einer Art Resonanzkörper-, werden Teil des akustischen Geschehens auf der Bühne. 

Genau das passiert mir gerade - allerdings in den eigenen vier Wänden. Die Stimme von Seal ist mir so nah, als säße ich im kleinen Konzertsaal des Staatstheaters. Meine Bowers & Wilkins-Boxen machen eindrucksvoll klar, wie professionell-perfekt diese CD produziert ist. "Prima Kauf" denke ich mal wieder erfreut. Ob ich wohl dieses Gefühl in gleichem Maße haben werde, wenn ich dieselben Songs auf den Nuberts höre? Probieren wir es aus.

Die Sache entpuppt sich als akustisches Kopf-an-Kopf-Rennen, während ich immer wieder hin und her schalte. Offensichtlich spielen beide Boxen in derselben Liga, was mich in Hinblick auf den humanen Preis der  nuberts doch ein wenig überrascht. Trotz aller Unvoreingenommenheit hatte ich nämlich irgendwie damit gerechnet, dass meine Bowers & Wilkins im Vergleichs-Test die Nase ein deutliches Stück vorn haben würden. Wie man sich täuschen kann.

Als erfahrener Vergleichshörer weiß ich allerdings auch, dass sich meine Ohren oft erst nach einer gewissen "Einhörzeit" für Unterschiede sensibilisieren. Selbstverständlich berücksichtige ich diese Erfahrung und mache bei der Beurteilung keine "Schnellschüsse".

Wegen der etwas schmaleren Bauweise (B.& W. 16,4 cm - Nubert: 15 cm) hatte ich klischeebedingt auf Seiten der Nubert nuLine 264 mit leichten Defiziten in der Basswiedergabe gerechnet. Das entpuppt sich als unnötige Befürchtung, denn der Bass ist keineswegs schmalbrüstig - ganz im Gegenteil. Er steht kompetent und stabil im Raum, ohne aber überbetont aufzutrumpfen. Vor allem ist er was ein Bass sein muss: eben ein Bass. Ein per Instrument erzeugter Klang - und kein unmusikalisches Rumpeln.

Es zeigt sich anhand dieser Seal-Aufnahme, dass mir die Bowers & Wilkins jeden einzelnen Musiker etwas besser separieren. Natürlich bleibt die Band trotzdem ein Ensemble - aber die Instrumente sind im genau richtigen Maß akustisch voneinander abgegrenzt.

Auch die nuberts machen ihre Sache sehr gut. Aber - und dieses "Aber" ist wirklich nur unterschwellig vorhanden - sie geben die Musik für meine Begriffe ein klein wenig zu "übermischt" wieder. Ich weiß allerdings: Hierbei spielen persönliche Vorlieben eine entscheidende Rolle - mein Geschmack empfindet die Wiedergabe der Bowers & Wilkins eben als eine Spur natürlicher und damit ausgewogener. Dabei darf nicht in Vergessenheit geraten, dass die B & W locker 1.000,- Euro teurer sind als eben die nuberts. *

Es folgt Track 2 ("EVERY TIME I'M WITH YOU"). Getragene, sanfte Töne schwingen sich auf, Streicher und Piano zuerst, dann die gesamte Band. Der Sänger vertraut auf sein Können und verzichtet auf unnötige Forcierung. Was von ihm sanft gemeint ist kommt auch sanft und samtig aus den Lautsprechern.

Ich sage immer: Laut kann Jeder. Leise gut klingen ist wahre Kunst - das gilt gleichermaßen für Sänger wie für Boxen. Ich mache die Probe auf's Exempel und regele runter. Die nubert-Speaker unterschlagen auch im Flüstermodus nichts. Im Leiselauf beweist sich ihre Kompetenz ganz besonders.
Dann aber Volume up! Jetzt will ich das Ganze in Laut testen. Sofort füllt sich der ganze Raum gleichmäßig mit der Musik. Sie ist überall - in den Möbeln, klingt in den Wänden - und in mir.

Dabei bildet nichts unangenehme Resonanzen, nichts vibriert aufdringlich, obwohl alles swingt und musiziert. Das Piano ist ein Flügel, die Drums haben Naturfelle, und die Strings wiegen sich wie auf einem Teppich aus feinster Seide. Diese Charakteristik ist beiden Boxen eigen, und wieder zeigt sich bei beiden eine große Kompetenz.

Auch jetzt sind die Unterschiede eigentlich nicht mit "besser" oder "schlechter" beschreibbar, sondern nur mit "anders". Die Bowers & Wilkins punkten letztendlich mit etwas mehr Volumen und einer als angenehmer empfundenen Auflösung. Da wurde wohl von den Entwicklern mit ein paar (klitzekleinen) Prozentchen von "akustischem Zuckerguss" nachdekoriert.
Die
nuberts hingegen gehen kristallklar und absolut ehrlich zur Sache; stellen dabei konsequent die Musik in den Vordergrund. Und lassen sie so wie sie ist. Sie mogeln nichts zum Klangbild hinzu.
Mir gefällt Seal aus diesen Lautsprechern einfach besonders gut.

Hoffentlich sind die nubert-Boxen nicht sauer darüber, dass ich sie gegen solch einen ungleichen Gegner an den Start schicke - immerhin ist das nur geschehen, weil sie in ihrer eigentlichen Gewichtsklasse alle Konkurrenten gnadenlos an die Wand gespielt hatten. Schon jetzt kann ich als Zwischenfazit konstatieren:
Der Name
nubert steht zu Recht für ein sensationelles Preis-Leistungs-Verhältnis. Viel wichtiger aber ist die Tatsache, dass diese Lautsprecher es überhaupt nicht nötig haben, sich mit anderen auf der schnöden "Preisschiene" zu messen. Ich würde für sie ohne Reue das Doppelte bezahlen. Weil sie es schlichtweg wert sind.

Weiter im Hörtest:
Im dritten Track der CD (LIFE ON THE DANCEFLOOR) nimmt uns Seal mit auf die Tanzfläche. Synkopierte Beats, eine Saturday-Night-Fever-artige Bassline, karibische Percussion-Elemente. Das alles riecht förmlich nach dem süßen Schweiß einer heiß durchtanzten Nacht.
"My love, you got me dreamin'..." schwärmt der Sänger, und mein Fuß übernimmt automatisch den Takt. Es klingt nach jener seltsamen Atmosphäre spät nachts in der Disco - wenn man auf der Tanzfläche nur noch die unersättlichen Tanzlustigen sieht. Wenn nur noch die Musik zählt und die Drinks schon sanft ihre Wirkung entfaltet haben ...
Halt! rufe ich mich selbst in die Realität des Tests zurück - es ist doch nur eine CD. Und ich bin zuhause, nicht im Danceclub.

Diese Boxen sind beide einfach genial. Aber besonders die nubert nuLine 264 bringen den Nighclub-Groove dieses Songs perfekt rüber. Bass und Bassdrum haben jetzt klar das Sagen, und sie klingen genauso wie sie sollen.
Wenn ich zwischendurch auf die Bowers & Wilkins umschalte scheint das weniger die Musikwiedergabe an sich zu beeinflussen - vielmehr fühlt es sich an als würde sich die Raumgröße verdoppeln: war ich mit den Nuberts in einer kuscheligen Clubdisco mit viel persönlicher Atmosphäre, so führen mich die Bowers & Wilkins in eine Dancehall mit pompöser Akustik. Beides hat seinen Reiz.
Bevor ich die nächste Test-CD starte will ich zwischendurch ein erstaunliches Detail erwähnen:
nubert bringt nämlich die Musik "hinter Gitter".
Gemeint sind die Lautsprecher-Abdeckungen, die in diesem Falle aus fein gelochtem, leicht um die Längsachse gebogenem Blech bestehen. Dieses ist nicht - wie mancher vielleicht denkt - ganz besonders dünn, sondern relativ robust und deshalb ein wirklich effektives Schutzschild für die empfindlichen Kalotten und Membranen.

Mechanischer Schutz ohne Klangstörung: nubert - Schutzgitter
Mechanischer Schutz ohne Klangstörung: nubert - Schutzgitter

Nun wissen wir ja alle genau, wie das normalerweise mit den meisten unserer herkömmlichen Abdeckungen läuft: Schnell befreien wir die Boxen davon, und meist erzielen wir erst dann einen ordentlichen Sound.
Nicht  aber hier. Nicht dieses Mal. Bei 
nubert klingt es mit der Abdeckung besser als ohne. Und zwar nicht nur um kleine Nuancen, sondern ganz deutlich besser. Ich muss die Entwickler unbedingt mal fragen, wie sie das hingekriegt haben.

Doch weiter im Hörtest:
Als kleines Intermezzo schiebe ich kurz eine meiner Lieblings-CDs dazwischen, und zwar "warm and tender" vom Rolling-Stones-Drummer Charlie Watts und dessen Jazz-Quintet (1993 Continuum Records; vocals: Bernard Fowler, Saxophon: Peter King, Trumpet: Gerard Presencer, Piano: Brian Lemon, Bass: David Green, Drums: Charlie Watts)
Ich höre daraus "You Go to My Head".
Das ist Musik wie von einem anderen Stern. Jazz in höchster Vollendung. nubert lässt die Jazz-Besen des Drummers zischeln wie eine geheimnisvolle Schlange; die Trompete von Gerard Prescencer klingt wie von Engeln gespielt, und der Bass schwebt auf einem fliegenden Teppich durch nächtliche Meereskühle. Das ist zweifellos eine musikalische Königsdisziplin - und in ihr bewegen sich die
nuberts mit traumwandlerischer Sicherheit und hoher Kompetenz.

Switch auf die Bowers & Wilkins: Die verpacken jetzt den Jazz des Rolling-Stones-Drummers und seines phantastischen Ensembles in eine Wolke aus Zuckerwatte; aus dem jazzigen, gut gekühlten"nubert-Wodka" wird augenblicklich ein Jazzlikör von dessertweinartiger Konsistenz. Und ich versuche schon überhaupt nicht mehr, Worte zu finden für den Unterschied zwischen phantastisch und sensationell.
Im weiteren Testverlauf assistiert mir zunächst der italienische Songwriter und Sänger Zucchero - natürlich nicht persönlich, sondern in Form seiner Sampler - CD "All The Best - International Version" (2007 Lunisiana Soul/Universal Music Group). Die Scheibe ist eine Kompilation von Songs aus dem Programm der gleichnamigen Tour.

Zucchero: "All The Best"
Zucchero: "All The Best"

 Track 1 "WONDERFUL LIFE" (orig. von "Black" - 1986; Zucchero: 2007) scheint den nubert-Boxen förmlich auf den Leib geschneidert zu sein zu sein. Die Musik kommt aus ihnen so crunchy und weich zugleich wie ein mit Honig bestrichenes Crispbread.

Ein Switch zu den Bowers &. Wilkins, und es wird daraus ein frisches Honigbrötchen, um bei diesem Bild zu bleiben. Beide Klang-

szenarien haben ihren eigenen Charme.

Der nubert-Sound ist mir letztendlich fast einen Tick sympathischer, weil er sich so gar nicht nach hochglänzender Studiopolitur anhört, sondern einfach nur Musik ist.

Ich bin gespannt auf "SENZA UNA DONNA", denn der Song ist eines meiner Lieblingsstücke von Zucchero. Gestartet wird mit den nuberts.
Wow! Und nochmal WOW! Es glänzt aus den Lautsprechern wie ein Sonnenaufgang. Nach dem a capella-Intro "... I change the world ..." erhebt sich die Musik strahlend aus dem Keyboard-Teppich - ein kurzes Gitarrensignal ertönt wie zum Wecken, dann werden alle Instrumente von der Leine gelassen. Und schon beginnt das berühmte Gesangsduett zwischen Zucchero's Italo-Reibeisen und Paul Youngs Pop-Tenor. Eingebettet in einen Chor von weiblichen Background-Elfen.
Auf Seiten der Band beeindruckt vor allem die Gitarre von Corrado Rustici, der jeder einzelnen Saite eine ureigene akustische Kontur verleiht. Im Solo wird dieser Guitarsound fast sphärish - dabei behalten die Strings aber souverän ihre metallische Reinheit.
Ich wechsele zu den Bowers & Wilkins und höre dasselbe Solo. Es klingt jetzt nicht mehr ganz so markant; mehr als würde der Gitarrist nun auf einem dicken Perserteppich stehen. Ansonsten aber hat hier mal wieder keiner der beiden Boxen-Vertreter die Nase wirklich vorn. Die
nuberts sorgen für diamantreine Brillance - die Bowers & Wilkins umgeben den Sound mit einer dezent-plüschigen Aura.

Das Wechseln zwischen den Boxen macht deutlich, worin sich die Charaktere der beiden Kontrahenten unterscheiden - die Differenzen sind tatsächlich mehr eine Charakterfrage:
Bei
nubert scheint die Musik aus einer silber-goldenen Edelmetall-Legierung zu bestehen, während der Ton aus den Bowers & Wilkins mehr an eine akustische Ebenholz-Schnitzerei denken lässt.
Die Formulierung dieses Vergleichs hat selbstverständlich nichts mit den tatsächlich verwendeten Materialien beim Boxenbau zu tun - sie soll lediglich helfen, den klanglichen Charakter halbwegs in Worte zu fassen.

Mir kommt eine Idee:
Die Boxen sollen mal kurz zeigen, wie sie mit akustischen Artefakten umgehen, die nur beim Abspielen von Vinyl-Platten zum Vorschein kommen. Minimale klangliche Unterschiede sind ja oft bloß mit einer "Lupe am Ohr" festzustellen - da ist Vinyl mit seinen Microkratzern und der mechanischen Berührung von Nadel und Rillen ein gutes Medium.
An den Start der Vinyl-Runde geht zuerst Nina Hagen & Band (1978 CBS).

"Nina Hagen Band" (CBS/Hansa-Tonstudio Berlin)
"Nina Hagen Band" (CBS/Hansa-Tonstudio Berlin)

Sofort zeigt sich: das war eine gute Idee, die einen überraschenden Aspekt zutage bringt. Die nubert-Boxen erweisen sich nämlich als ausgesprochen vinylfreundlich. Mir erschließt sich so etwas wie eine neue Erfahrung:

Nicht nur die mechanischen Abspielkomponenten des Plattenspielers (Tonarm u. Nadel) haben direkten Einfluss auf die klangliche Performance von Vinylplatten, sondern offensichtlich auch die Lautsprecher.

So wird bei den nuberts z.B. eine deutlichere Höhenbetonung spürbar. Wieder bietet sich das bereits vorher strapazierte englische Adjektiv als treffend an: bei den nubert-Boxen sprudelt die Musik "crisper" aus den Membranen.

Was des einen Vorteil ist kann des anderen Nachteil sein: während von der klanglichen Darstellung bei nubert eindeutig Keyboards, Gitarren und Blasinstrumente profitieren, geraten die Felle der Drums etwas ins Hintertreffen. Besonders der Bassdrum fehlt es ein wenig an Nachdruck - als ich auf die Bowers & Wilkins umschalte ist die "Kick" (Soundtechniker-Slang für Bass Drum) dann wieder voll da.

Das kann man natürlich per Klangregelung am Verstärker vollständig korrigieren - hier im Test aber lassen wir ja aus Gründen der Gleichbehandlung die Finger vom Regler.

Doch Moment mal! Genau dafür gibt es doch die Klangwahl-Schalter an der Rückseite der nubert-Boxen, oder? Wollen mal sehen, ob wir damit Abhilfe schaffen können.

Es braucht ein wenig Geduld, zwischen den vielen verschiedenen Kombinationen herumzuschalten - aber das Ergebnis belohnt den Aufwand: ich bekomme den optimalen Sound hin, und auf einmal steht der Ton aus meinen Bowers & Wilkins seinen Testgegnern irgendwie "nackt" gegenüber.

Die nubert s dagegen holen Nina Hagens Goldkehle wie leibhaftig ins Zimmer. Die opernhafte Stimmakrobatik der Rock-Sopranistin bis zum Hohen C bekommt von ihnen eine perfekte akustische Bühne gebaut. Höhen und Mitten habe ich selten so klar akzentuiert gehört.

Letzter Song auf Seite A: "Naturträne". Das Stück beginnt mit einer schönen eisklaren Akustikgitarre, und die klingt via nubert genauso so wie ich sie hören will. Akkurat. Mit perfekter Mikrophonie aufgenommen. Glaubt es oder glaubt es nicht - ich kann ohne weiteres hören, welche Art von Saiten Gitarrist Bernhard Potschka aufgezogen hat.
Präsent wie sich's gehört auch die Sopranstimme der Sängerin. Ihre akrobatische Höhe ist sowas von "da", dass es einem fast die Trommelfelle seziert.
Dieselben Stellen über die Bowers & Wilkins gehört kommen etwas salonfähiger (weil entschärfter) in meinen Gehörgängen an. Ich bin mir sicher, Frau Hagen würde empfehlen, diese Platte über die
nubert nuLine 264 zu hören.

Bühne frei jetzt für einen ewigen Vinyl-Klassiker: "Hotel California" von den "Eagles" (1976 Asylum Records) - eines der 15 bislang meistverkauftesten Alben weltweit. Ich lasse diesmal den nubert-Boxen den Vortritt und bin neugierig auf deren Performance hinsichtlich des mir wohlvertrauten Drumsounds von Sänger/Schlagzeuger Don Henley. Bei der Beurteilung will ich (ohne Vorlage von meinen Referenz-Boxen) gleich mit den nuberts beginnen. Wie ich erwartet habe empfängt mich das Akustikgitarren-Intro des Titelsongs mit präzisen Höhen und Mitten. Es ist deutlich wahrnehmbar, dass in diesem Intro zwei 12saitige Acoustic-Gitarren zum Einsatz kommen, die jeweils leicht unterschiedliche "lines" spielen. Dazwischen lässt Drummer Henley die High Hat und die Becken munter plätschern.

Der Bass spielt Ganze Noten. Dann endlich das berühmmte "Bop-Bop-Boom" der Drums - der Basslauf serviert einen munteren Reggae.
Sowohl Bass als auch Gitarren und Schlagzeug werden von den
nubert nuLine 264 "artgerecht" vorgetragen. Ich vermisse nichts und freue mich über die Gründlichkeit der Membranen, die allen instrumentalen Details gerecht werden.
Ganz kurz vernehme ich abseits der Musik ein wenig "noise" am Ende des zweiten Taktes, was wohl von den Gitarrenpickups kommen mag. Das war mir beim Hören mit den anderen Boxen gar nicht aufgefallen. Gespannt schalte ich deshalb noch mal um auf die Bowers & Wilkins.
Das Intro klingt insgesamt etwas "fetter", ich konzentriere mich jetzt aber auf das erwähnte kleine Störgeräusch - aha: da ist es. Etwas schwächer und weniger auffällig.

Was habe ich im Contest bis hierher festgestellt? Die vergleichweise schmal konstruierten nuberts machen ihre Sache erstaunlich gut. Wo nehmen diese schlanken Gehäuse bloß ihr sattes Tiefenvolumen her?
Auch die Mitten- und Höhenfrequenzen kommen präzise und naturgetreu. Zimbeln und Becken, die Snaredrum - das gesamte Drumkit entfaltet dank der guten Auflösung perfekt seine Vielfältigkeit.
Ich warte auf das legendäre Gitarrensolo und höre da noch ein paar Takte hinein. Dann lege ich den Tonarm zurück zum Anfang des Stückes und schalte den Switch auf die Bowers & Wilkins.

Ein letzter akustischer Wechsel soll nun abschließend zur Entscheidung führen: Welcher der Kontrahenten klingt besser? Wer bietet die bessere Performance? 

Mittlerweile bin ich in beiden Lautsprecherwelten zuhause und kann sehr gut die Unterschiede in deren Musikwiedergabe definieren.
Aber ein "Besser oder Schlechter" gibt es hier nicht. Bei der aktuellen Platte (The Eagles: Hotel California) punkten die
nuberts eindeutig mit einer insgesamt deutlicheren Interpretation aller Schärfe-Aspekte. Ihre Wiedergabe kommt vorbildlich akzentuiert daher.

Die Bowers & Wilkins zeichnen sich zwar durch ein Plus an Volumen und Klangdichte aus - schlucken allerdings etliche Details einfach weg, die über die äußerst präzise agierenden

Die Bowers & Wilkins zeichnen sich zwar durch ein Plus an Volumen und Klangdichte aus - schlucken allerdings etliche Details einfach weg, die über die äußerst präzise agierenden nuberts klar und deutlich präsent sind.
Der nächste Track ("NEW KID IN TOWN") soll zeigen, ob sich das auch weiterhin so darstellt. Und ja - der Eindruck bestätigt sich erneut. 

Ein niederbayerischer Musiker soll den Abschluss meiner nubert-Vinyltest-Session bilden: Hans-Jürgen Buchner.

Der Sound seiner Band "Haindling"  ist bekanntlich geprägt von einer repräsentativen Fülle an Blechblasinstrumenten, wie man sie sonst selten so geballt in einem Ensemble findet. 

Diese instrumentale Vielfältigkeit - Trompete, Tenorhorn, Tuba, Saxophon (bekanntlich kein Blech- sondern ein Holzblasinstrument), dazu noch Keyboards, Klavier, Gitarren, Schlagzeug/Percussions und natürlich Gesang - bildet ein regelrechtes Paradies für Soundtests.

Einstieg mit dem Album "Haindling 1" in Vinyl:

Der erste Song heißt "Achtung, Achtung" und liefert uns nach einem typischen 80er-Jahre-Keyboardintro mit dezentem Tuba-Background eine längere Saxophon-Sequenz, die von den nubert-Boxen genauso spröde umgesetzt wird wie sie gespielt ist. Man kann förmlich die Patina des Messings hören.

Die Bowers & Wilkins glätten den Ton ein wenig und machen ihn (fast möchte ich sagen: leider) einen Tick "salonfähiger".
Im weiteren Hörverlauf komme ich nach wie vor auf keinen grünen Zweig bei der Antwort auf die Frage: "Welche Boxen klingen denn nun besser?"

Durch die nuberts tönt alles straff und akzentreich - die Bowers & Wilkins zaubern ein wenig tonalen Plüsch dazu. Beides hat seine eigenen Reize. Titel Nr.2 der Haindling-CD heißt ulkigerweise "Nr.1" (wirklich) und ist sehr kurz (1.24). In seinem Verlauf taucht eine Tuba auf, die ich gezielt akustisch observiere:
Sie bekommt von den
nuberts einen Tick schneidigere Kontur und damit etwas leicht Posaunenhaftes.
Die Bowers & Wilkins hingegen ziehen der Tuba einen warmen Pullover an, was die Schärfe eher dämpft. Beides hat seine Berechtigung für den Hörer, der ja nicht wissen kann was des Musikers Absicht war.

Wir sind beim Haindling-Klassiker "ROTE HAAR" angelangt - der könnte vom musikalischen Feeling her auch gut als "Rausschmeißer" nach einer lang durchtanzten Barnacht taugen.
Für den Klang dieser meisterhaft angelegten Ballade legen mir die
nubert nuLine 264 nur ein Wort in den Mund: Wonderful. Strahlend spiegeln sich akustische "Saxophon-Scheinwerfer" in den Eiswürfeln der imaginären Cocktails.
Sanft wiegen sich die letzten Tanzpaare in die aufgehende Morgensonne ... ich schweife ab. Manchmal kann Musik in mir kleine Filmchen ablaufen lassen. Von den Bowers & Wilkins interpretiert schreiten die Instrumente in "ROTE HAAR" auf einem Läufer aus Samt. Die metallene Prägnanz des Saxophones wird mit einem warmen Holzhauch parfümiert. Das ist sehr reizvoll.

Der Leser mag mir verzeihen, wenn ich langsam entscheidungsunfähig wirke: aber wieder kann ich nicht sagen, welche Performance mir letztlich besser gefällt.
Ich regele den Lautstärkepegel schön hoch. Jetzt dürfen die Boxen richtig loslegen. Beide Vertreter können das sehr gut. Die
nuberts artikulieren nach wie vor markant, aber nie zu scharf. Ihr Ton verträgt Power, verliert dabei auch in zurückhaltend gespielten Passagen nie seine Substanz.
Die Bowers & Wilkins setzen die Musiker auf ein behagliches Salonsofa - auch bei Volldampf.

Seite zwei, Song Nr. 1: "Erzherzog Johann". Auch ein Haindling-Klassiker. Hier wird die Tuba stellenweise im Stakkato eingesetzt, während der E-Bass beinahe im Glissando agiert (fretless?). Diese bassistische Tiefenfahrt meistern die Bowers & Wilkins mit einem Höchstmaß an akustischem Komfort - die Töne schweben wie in einer Sänfte getragen durch den Raum. Die nubert legen eine Schippe mehr Kontur dazu, der Sound gerät etwas markiger, was dem instrumentalen Blech-Anteil sehr zuträglich ist.
Insgesamt? Beide auf ihre Weise gut. Keine besser. Und meine ganz persönliche Ansicht? Also - wenn ich so gefragt werde: Ich höre Haindling lieber mit dem nuberts.
Letzter Titel auf dieser (B)Seite: "SCHAFSLIED"
Ein beinahe kabaretthaft engagiertes Stück mit sehr frei gehaltener Struktur.
Die gesamte Instrumentenschar darf sich nochmal austoben - ebenso die Gesangsvielfalt aus männlichen, weiblichen und sogar (imitierten) tierischen Stimmen von meckernden Ziegen. Wenngleich sich die beiden Lautsprecherboxen stilistisch durchaus unterscheiden - das Testergebnis fällt für beide Seiten positiv aus.

Die nubert-Fraktion performt glasklar und mit exakt abgegrenzten Schärfekonturen. Aber - und das ist ein wichtiger Faktor dabei: niemals spröde. Immer hochmusikalisch. Und wegen der äußerst intelligent konzipierten Klangwahl-Schalter nahezu grenzenlos anpassungsfähig.
Auf der Bowers & Wilkins-Seite geht es sanftmütig und weich gepolstert zu. Ob im Wohnzimmer oder vom Bett aus - immer klingen sie gefällig und komfortabel, dabei trotzdem gut konturiert. Und auf keinen Fall kraftlos. Mein Test-Fazit als Metapher verpackt:

"Edles Metall steht warmem Holz gegenüber". Strahlkraft trifft Behaglichkeit.

Bei allen beschriebenen Unterschieden haben beide Lautsprecher auch etwas gemeinsam, und zwar etwas sehr Positives. Sie bewegen sich nämlich präzise auf der musikalischen Ideal-Linie. Allerdings tun sie das mit unterschiedlich abgestimmten "Fahrwerken". Die Bowers & Wilkins präsentieren sich diplomatischer. Sie ecken nirgends an und klingen immer gefällig.
So bietet am Ende 
nubert die realistischere Performance - die Boxen machen ihren Job selbstbewusst und ungekünstelt. Es sind, wie es der Hersteller verspricht: Ehrliche Lautsprecher. Mindestens genausoviel Freude wie das nubert-Hörvergnügen bringt übrigens der Preis dieser Lautsprecher. Erstmals in meinem High End-Leben hatte ich das Gefühl, zu wenig zu bezahlen ...

 

* pro Paar/Preis variiert je nach Anbieter