Innovation in Glas

"Glas ist eine amorphe Substanz, die durch Schmelzen erzeugt wird". Soweit die fachlich-nüchterne Definition. Die ästhetische Komponente der Thematik Glas bleibt dabei eher im Hintergrund. Worin besteht nun die Faszination, die dieser Werkstoff seit Jahrhunderten auf uns Menschen ausübt?

Ist es seine Eigenschaft, das Licht zu brechen und funkeln zu können wie Edelstein? Oder faszinieren uns eher die praktischen Eigenschaften: wir schauen durch Glasscheiben (sog. Flachglas) aus den Fenstern unserer Häuser. Glas ermöglicht uns Schutz vor Kälte, Hitze, Regen und Wind. Und in seinen optischen Erscheinungsformen hilft es unserem Sehvermögen auf die Sprünge - etwa in Form von Brillengläsern und Linsen.

Kein Zweifel: Ohne Glas wäre unser Leben um einiges ärmer. Und doch betrachten wir es meist als etwas völlig Alltägliches. Auf Tischen und Tafeln begegnet uns Glas in seiner vielleicht faszinierendsten Form.

Der Fachmann spricht von "Hohlglas" - und meint damit das, woraus wir zu trinken gewohnt sind. Bereits lange vor der allgemeinen Verbreitung genossen Generationen von Königen und Fürsten ihre "Drinks" aus gläsernen Gefäßen. Es heißt, schon im 1. Jahrhundert v.Chr. wurde entdeckt, dass man Glas mithilfe heißer Luft aufblähen- und daraus Hohlkörper fertigen kann. Solche Gläser waren überaus wertvoll und bei weitem nicht für alle Klassen und Schichten verfügbar.

Heute ist Glas allgegenwärtig, selbstverständlich und für Viele nicht mehr als ein reines Gebrauchsmaterial. Leicht verfügbar, bei Bruch einfach zu ersetzen. Der ästhetische Faktor tritt da schonmal hinter dem Gebrauchswert zurück.

Unsere aktuelle Reportage-Reihe befasst sich mit zwei an sich verschiedenen Themen, die dennoch zusammen gehören: Glas und Kulinarisches.